Siemens TIA Portal Zertifikate
Siemens TIA Portal (Totally Integrated Automation Portal) ist die meistgenutzte SPS-Plattform in Deutschland. Entsprechende Zertifikate sind nahezu ein Standard-Anforderung in Stellenanzeigen.
Siemens TIA Portal Basiskurs: Einstieg in Programmierung, Konfiguration und Diagnose. Geeignet für Elektronikerberufe und Mechatroniker als Quereinstieg in die SPS-Welt. Kursdauer typischerweise 3–5 Tage, Kosten: 800 – 2.000 €.
TIA Portal Advanced: Strukturierte Texte (ST), Safety-Programmierung, Netzwerkkommunikation (PROFINET, PROFIBUS). Relevant für erfahrene SPS-Programmierer und Inbetriebnehmer.
Siemens Certified Automation Specialist (SCAS): Hersteller-Zertifizierung, die Arbeitsmarktwert deutlich steigert. Arbeitgeber zahlen häufig die Kosten, weil zertifizierte Fachkräfte seltener sind.
Praktischer Tipp: Siemens bietet offizielle Lernpfade auf ihrer Learning-Plattform an. Manche Kurse sind als E-Learning verfügbar, was Kosten reduziert.
Aktuell suchen viele Unternehmen SPS-Programmierer mit TIA-Portal-Kenntnissen.
Beckhoff TwinCAT Zertifikate
TwinCAT von Beckhoff ist die bevorzugte Plattform in der Verpackungsindustrie, Robotik und bei kleinen bis mittelständischen Maschinenbauern. TwinCAT-Kenntnisse ergänzen TIA-Portal-Erfahrung ideal.
TwinCAT 3 Grundkurs: Einstieg in IEC 61131-3-Programmierung unter TwinCAT 3. Wichtige Grundlage für alle weiteren Module.
TwinCAT 3 Motion Control: Antriebssteuerung, NC/CNC, Synchronisierung – besonders gefragt in Verpackungsmaschinen und Robotikanwendungen.
TwinCAT IoT / ADS: Schnittstellen zu Cloud-Systemen und Datenkommunikation – Zukunftsthema Industrie 4.0.
Beckhoff bietet Präsenz- und Online-Schulungen über ihr Netzwerk an. Kosten variieren je nach Modul zwischen 600 € und 2.500 €. Eine offizielle Beckhoff-Zertifizierung gibt es, ist aber weniger verbreitet als bei Siemens. Das Absolvieren der Schulungen zählt trotzdem als Nachweisqualifikation.
Codesys: Herstellerneutrale SPS-Programmierung
Codesys (Control Development System) ist ein herstellerneutraler SPS-Standard, der von über 500 Geräteherstellern weltweit lizenziert wird – darunter Schneider Electric, WAGO, Pilz und viele weitere.
Codesys Grundzertifizierung: Programmierkenntnisse nach IEC 61131-3 werden bestätigt. Herstellerneutral – einmal gelernt, auf viele Plattformen anwendbar.
Vorteile gegenüber herstellerspezifischen Schulungen: Codesys-Kenntnisse sind flexibler einsetzbar. Wer Codesys beherrscht, kann schneller auf Beckhoff, WAGO oder Schneider wechseln.
Codesys Group Trainings: Offiziell über Codesys Group buchbar; Online-Kurse verfügbar. Kosten: 400 – 1.500 € je nach Modul.
Für SPS-Inbetriebnehmer, die auf verschiedenen Plattformen eingesetzt werden, ist Codesys-Wissen ein wertvoller Zusatz zum Lebenslauf.
SCRUM und Agile-Zertifikate für SPS-Ingenieure
Moderne Automatisierungsprojekte laufen zunehmend nach agilen Methoden. SPS-Programmierer, die Projektmanagement-Grundlagen beherrschen, werden in Teamleitungs- und Schnittstellenrollen bevorzugt.
SCRUM Master (PSM I – Professional Scrum Master): Weltweit anerkanntes Zertifikat der Organisation Scrum.org. Prüfung online möglich, Kosten ca. 200 USD. Relevant für SPS-Programmierer, die in agilen Entwicklungsteams arbeiten.
SCRUM Product Owner (PSPO I): Für Techniker, die die Anforderungsseite besser verstehen wollen – sinnvoll in der Schnittstelle zwischen Kunden und Entwicklung.
SAFe (Scaled Agile Framework): Großunternehmen setzen SAFe für Enterprise-Automatisierungsprojekte ein. Zertifizierung kostenintensiver (800 – 2.000 €), aber in der Automobil- und Prozessindustrie gefragt.
Praktische Einschätzung: Agile-Zertifikate ersetzen keine SPS-Kenntnisse, ergänzen das Profil aber für Karriereschritte in Richtung Projektleitung oder technisches Teammanagement.
Lohnt sich eine Zertifizierung gehaltlich?
Die kurze Antwort: Ja, aber es kommt auf die Zertifizierung an.
Hohe Gehaltsrelevanz:
- Siemens SCAS: +3.000 – 8.000 € jährlich möglich
- TIA Portal Advanced: +2.000 – 5.000 €
- Beckhoff Motion Control: +2.000 – 4.000 €
Mittlere Gehaltsrelevanz:
- Codesys-Grundzertifizierung: Tür zu mehr Arbeitgebern, aber kein direkter Gehaltssprung
- SCRUM Master: Wichtig für Beförderungen, seltener für direktes Gehaltsplus
Strategie für SPS-Programmierer: Wählen Sie Zertifikate nach dem häufigsten Einsatz in Ihrer Region und Branche. In Bayern dominiert Siemens, in Norddeutschland und der Verpackungsbranche Beckhoff. Codesys ist überall sinnvoll als Ergänzung.
Im deutschen Markt für SPS-Programmierer unterstützen spezialisierte Personalvermittler nicht nur bei der Stellenauswahl, sondern auch bei marktgerechten Gehaltsvorstellungen nach Zertifizierungsstand — die Vermittlung ist für Bewerber in der Regel kostenfrei.
Häufige Fragen
- Welches SPS-Zertifikat ist in Deutschland am meisten gefragt?
- Siemens TIA Portal ist die meistgefragte Plattform in deutschen Stellenanzeigen. Das Siemens SCAS-Zertifikat erhöht den Marktwert deutlich. Beckhoff TwinCAT folgt in Verpackungsindustrie und Robotik.
- Kann ich als Quereinsteiger SPS-Programmierer werden?
- Ja. Mit einer Ausbildung in Elektrotechnik oder Mechatronik und einem TIA-Portal-Kurs ist der Einstieg möglich. Praktische Projekterfahrung ist oft wichtiger als formale Zertifikate.
- Wie viel kostet eine SPS-Zertifizierung?
- Je nach Anbieter und Level: 400 – 2.500 € pro Zertifikat. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten oder beteiligen sich. Einige E-Learning-Kurse sind günstiger verfügbar.
- Lohnen sich Agile-Zertifikate für SPS-Programmierer?
- Für Karriereschritte in Richtung Projektleitung oder Teamlead: ja. Als reiner SPS-Techniker bringen sie keinen direkten Gehaltssprung, öffnen aber Türen in größere Organisationen.
Weitere Ratgeber zum Thema Karriere
Passende Stellenkategorien
Auf der Suche nach einer neuen Stelle?
AT Germany vermittelt Sie kostenlos in Festanstellungen – bundesweit und international.
Zu den offenen Stellen